Bada Scenery and a broken ankle

Wasserbüffel
Wasserbüffel

Am nächsten Tag ging es früh los, Ziel war die Aussichtsplattform unweit des Dorfes Bada. Am Rand der Landstraße trafen wir auf ein Paar Fotographen, die auf einen Minibus warteten. Eine etwas ältere Frau mit blonden Haaren und eine jüngere Frau, vielleicht Chinesin. Es stellte sich während des Gesprächs heraus, dass auch die Fotographen geplant hatten zum Dorf Bada zu wandern. Wir kamen überein den Weg zusammen zurück zu legen.

Wir stiegen in der Nähe der Polizeistation in dem Dorf Shuangjiang aus dem Minibus aus und liefen los. Es war heiß und schwül, nach 5 Metern war ich komplett durchnässt. Wir hielten ab und zu an, wenn die Fotographen ein Bild machen wollten und fachsimpelten, dass machte die Wanderung recht angenehm.

Valerie checkt die Lage
Valerie checkt die Lage

Am Rand eines kleineren Dorfes saßen zwei ältere Frauen und machten eine Pause von der Feldarbeit, Wolken zogen auf und umgaben sie auf seltsame Weise. Es kamen gerade Wasserbüffel hinzu, diese komplettierten die Szenerie. Die Ältere der Fotografen wollte von dieser Szene unbedingt ein Foto mach und stieg über die kleinen Büsche, die als Einzäunung des Feldes dienten. Der lehmige Boden war sehr glitschig, diskutierend rutschten die Photographen über das Feld. Dann ein Schrei, die ältere Fotografin hatte aufgrund ihrer schweren Ausrüstung das Gleichgewicht verloren und war einen kleinen Abhang heruntergefallen.

Sie lag ziemlich lädiert inmitten ihrer Ausrüstung auf dem matschigen Feldboden und hatte offensichtlich heftige Schmerzen. Dennoch kam die Ansage, dass ich ruhig weitergehen sollte. Sie hatte zuvor schon regelmäßig betont, dass ich nicht warten müsste, wenn sie Fotos macht. Ich hatte das für reine Höflichkeit gehalten, jetzt war es aber mehr als unangebracht. Geradezu absurd.

Irgendwie kam mir meine Ausbildung zum Rettungshelfer während meines Zivildienstes zu gute. Kreislauf stabilisieren, Wasser trinken, Schmerztabletten, ok. Da bugsierten die zwei älteren Bäuerinnen die Fotografin schon in irgendeine Stellung, was fast dazu führte, dass sie den nächsten kleinen Abhang heruntergefallen wäre. Ihr rechter Knöchel war entweder angebrochen, gebrochen oder es lag Sehnenriss vor. Laufen war jedenfalls nicht mehr drin.

Wie die Fotografin aus dem Acker auf die Straße bekommen ohne ihr noch mehr Schmerzen zu zufügen oder mir selbst auch noch die Haxen zu brechen? Zwei kaputte Knöchel habe ich schon, auf weitere Sollbruchstellen kann ich durchaus verzichten. Den Abhang hoch ging es schon mal nicht, aber am anderen Ende des Feldes war eine kleine Treppe zu erkennen. Ein Ziel hatten wir also schon mal.

Während ich überlegte hatte die andere Fotografin im Hostel angerufen um Hilfe zu holen, 110 ist gerade im ländlichen Raum Chinas nämlich so eine Sache, und im Dorf noch einen Jugendlichen zu Unterstützung aufgetrieben. Der schaute aber noch hilfloser als wir alle zusammen.

Ohne Schmerzen ging es wohl nicht. Also versuchte eine der kleinen alten Bäuerinnen und ich die Fotografin zu stützen. Nach etwa der halben Strecke ging es aber nicht mehr, ich war zu groß und neben einem kaputten Knöchel wäre fast eine ausgekugelte Schulter hinzugekommen. Also schwups die Fotografin auf die Arme genommen, etwa so wie in schlechten 50er Jahre Filmen Frauen nach der Hochzeit über die Türschwelle getragen werden. Ich hoffte nur, dass wir die Strecke zur Straße heil überstehen würden. Mit ein mal absetzen schafften wir es schlitternd zur Treppe.

Kaum war die Fotografin auf der Straße hielt auch schon eine motorisierte Baustellen-Riksha mit dem Manager des Hostels der Fotografinnen und drei weiteren Typen. Mit vereinten Kräften wurde die Verletzte auf der Ladefläche gehoben.

Die einzige Sorge galt der ganzen Zeit dem Equipment, ist ja auch nicht billig. Da sollte auch mit in das Krankenhaus. Keine Widerrede. Der Motor heulte schon auf fragt ich sie noch nach ihrem Namen, Valerie Leonard. Schnell zückte sie noch eine Visitenkarten, auch in diesem Zustand noch Vollprofi. Dann waren sie auch schon weg. Da stapfe ich in den Reisterrassen Chinas irgendwo in der Nähe der Grenzen zu Laos und Myanmar herum und treffe Valerie Leonard, was absurder Zufall.

Bada Scenery
Bada Scenery

Die Wanderung ging weiter, wir durchquerten einige Dörfer bis wir die Aussichtsplattform in der Nähe des Dorfes Bada erreichten. Das Dorf und die kleine Aussichtsplattform liegt unterhalb der Landstraße, von dieser aus führt eine Schottenpiste zum Dorf. Die Abzweigung befindet sich kurz vor einer offiziellen Aussichtsplattform.

 Am Abend besuchten wir Valerie noch in ihrem Hostel und genossen mit ihr zusammen ein sehr leckeres Abendessen. Zum Glück war es nur ein Bänderriss, ihr Knöchel war nicht gebrochen.
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