Büffel, Reis und Nebelschwaden

Platz von Pugao Laozhai im Dorf Duoyishishu
Platz von Pugao Laozhai im Dorf Duoyishishu

Nach der langen Fahrt mit dem Bus von Kunming war am nächsten Tag ganz früh aufstehen angesagt. Ausruhen? Ist nicht! Es soll schließlich etwas geboten werden für das Geld. Apropoz Geld, noch mal ein Tip an Alle, die der Auffassung sind sich unbedingt eine komplett organisierte Tour spendieren zu müssen: Organisiert es selbst, es ist auf jeden Fall billiger und nette Menschen trefft ihr auch eher. Klar es ist manchmal etwas unsicher, aber niemand geht in China verloren. Es gibt dort sogar Internet, echt, und ihr könnt euch an jedem Kiosk eine Prepaid kaufen, ab in das Smartphone damit und ihr könnt sogar unterwegs ins Internet, wirklich. Bus verpasst am Busbahnhof Süd in Kunming weil der Taxifahrer nicht Michael Schumacher zu Vorbild hatte und keine Lust über Nacht nach Yuanyang zu fahren? Kein Problem, Tripadvisor, CTrip und Co. helfen dir bestimmt ein Guesthouse oder Hotel für eine Nacht zu finden.

Aussicht vom Platz von Pugao Laozhai
Aussicht vom Platz von Pugao Laozhai

Aber zurück zu den Reisterrassen in Yuanyang. Sicher, du brauchst etwas Glück mit dem Wetter, aber das Gebiet ist ohnehin nichts für einen eintägigen Zwischenstopp. Wer dir das erzählt war noch nie dort oder will auf die schnelle einige RMB verdienen. Einfach vorher ein paar Informationen sammeln und dir ist klar, dass die Saison von November bis April ist. Im Mai beginnt die Regenzeit und somit gibt es kaum eine Chance auf eine gute Sicht über das Tal.

Pay and watch
Pay and watch

Es wurden von dem chinesischen Ministerium für Tourismus einige offizielle Aussichtsplattformen gebaut. Diese sind für chinesische Verhältnisse ziemlich teuer. Sowohl die freundliche Minibus-Fahrerin und Guesthouse-Besitzerin als auch der Manager der Sunflower Trekkers Lodge versuchten am Abend zuvor uns welche zu verkaufen, inklusive Provision natürlich. Die Frage kam auch am Morgen auf, als ich gerade Frühstück bestellten wollte. Aber nicht so ein Wessi-Scheiß, wer braucht schon Continental-Breakfast, wenn auch gebratenen Reis mit Gemüse und Hühnchen gibt? Wahlweise auch einen ordentlichen Pott Suppe mit dicken Reisnudeln.

Reisterrassen
Reisterrassen

Ob ich also schon ein Ticket für die Plattformen hätte, während in meinem Kopf die Frage aufkam und umherschwirrte, wie ich das im Schlaf hätte bewerkstelligen sollen, schüttelte ich bereits selbigen. Der Manager grinste und sagte: „You don’t need it anyway.“ Stimmt, denn es gibt mehrere wunderbare Aussichtsplattformen oder vielmehr Stellen, die eine wunderbare Sicht über die Reisterrassen und die Bergkulisse bieten, ohne zu bezahlen. Von Pugao Laozhai im Dorf Duoyishishu ist es nur ein Katzensprung zu den Reisterrassen, der Manager der Lodge gab uns gerne einige Tipps für eine Wanderung durch die Reisterrassen und zu anderen Sehenswürdigkeiten. Er ist selbst ein passionierter Backpacker.

 Etwas Wasser und Snacks in den kleinen Läden im Dorf gekauft. Kurz die Aussicht vom Dorfplatz über die Terrassen und das Tal  genossen. Dann ging es mit der Wanderung durch die Terrassen los. Zunächst wurde einem zementierten Wasserkanal  parallel zum Berg gefolgt, quasi die Ersatzstraße in dieser Gegend. Typisch Tourist, es darf ein Umweg nicht fehlen, vom Weg abkommen gehört schließlich dazu. So wurde es dann doch ziemlich rutschig, der Nebel machte es nicht besser. Die Bauern, Kühe Wasserbüffel und Enten staunten nicht schlecht als sie die mit Schlamm bedeckten Gestalten zu sehen bekamen.
Wasserbüffel
Wasserbüffel
 Eigentlich war ja eine Hoffnung zumindest in dieser abgelegenen Gegend Chinas nicht ständig auf Baustellen zu treffen. Diese sollte nicht in Erfüllung gehen. Die Durchquerung von drei Dörfern machte es überdeutlich: Auch hier wird gebaut und wird gebaut werden. Wie ganz China noch gebaut wird. Es wurde der ein oder andere Wasserkanal überquert, die unsere Ersatzstraße, ebenfalls ein Wasserkanal, der quer zum Berg verlief, kreuzten. Das Ganze ist ein ausgeklügeltes System zur Wasserverteilung von der Spitze des Berges auf die Terrassen im Tal. Ohne Pumpen mit Diesel- oder Elektromotoren. Einer dieser Kanäle war ein kleiner Wasserfall.
Altes Haus in einem Dorf
Altes Haus in einem Dorf

In den Reisterrassen ist zwar Verlaufen aber nicht verlorengehen möglich, einfach den Berg aufwärts zur Hauptstrasse gehen. Dort kommt früher oder später einer der Minibusse vorbei, die als örtliche Taxen fungieren. Aber auch hier ist Vorsicht geboten, eigentlich kosten die fünf RMB pro Person. Abgekämpften Touristen werden gerne auch mal 20 RMB pro Nase abgeknöpft. Gerade, wenn sie nach sechs Stunden Wanderung hechelnd, schwitzend, voller lehmiger Erde und total abgekämpft fragen, ob sie mitgenommen werden könnten und der Fahrer eigentlich gerade dabei ist sein Radio zu reparieren. Egal, ab in den Minibus und zurück zum Guesthouse.

Smoke on the water
Smoke on the water
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